|
Zwischen Attraktivität und Leidensdruck:Umsetzung von Umweltmanagement-Systemen1. Bessere Transparenz betrieblicher Vorgänge:"Wir fahren nicht mehr mit dem Schiff im Nebel sondern haben jetzt Radar und Echolot an Bord". Das Umweltmanagementsystem als Frühwarnsystem. 2. Entscheidungshilfen für die rasche Markt-Anpassung an neue "Spielregeln" in Wirtschaft und Gesellschaft:"Beispiel Algenblüte in der Nordsee: Ausgrenzung von N und P(hosphat) führt zum Abwasserparameter P - Ausgrenzung von Waschphosphaten - Markteinbruch" 3. Festlegung von Unternehmenszielen, Leitlinien und Organisation:"Alle im Unternehmen wissen jetzt, wo Norden ist und die Spielregel sind für alle verbindlich. Führungskräfte leben "vorbildlich" vor, sonst wird Umweltschutz nicht ernst genommen!Umweltschutz ist Chefsache?! Zuständigkeiten werden definiert". 4. Im Rahmen des Erstaudits werden erstmals komplette Unternehmensdaten kompatibel erhoben und validiert:"Wir lösen uns von betrieblichen Insellösungen und haben eine transparente Datenlage, die von Einkauf bis zur Wertstoffweiterverwertung reicht" 5. "Leidensdruck" Abfallmanagement:"Abfälle werden immer teurer. Jede Tonne Abfall, die nicht anfällt, ist eine gute, weil sie Kosten spart. Integrierte Maßnahmen kosten Geld (Investitionen/Liquidität/Risiko), machen sich oftmals erst mittelfristig bezahlt. Praktische Erkenntnis: durch intelligentes Abfallmanagement lassen sich im Mittelstand sofort 10-30% Kosten einsparen! Beispiel Kompostieren statt entsorgen. Gefahrstoff-Substitution durch Einkäufer-Beratung (z.B. Chlororganische Lösungsmittel). Landes-AbfG/Abfallbilanzen (500kg:2000t pro Jahr) / Kreislauf-Wirtschaftsgesetz / Verwertung/VerpackungsVO / Vermeidung / Entsorgungssicherheit / Lagerungsverbot". 6. "Leidensdruck" Energiemanagement:Verbraucherkataster anlegen. Verbrauchswerte definieren. Bei Neuanschaffung/Ersatzbeschaffung neben Preis, Qualität auch Verbrauchsdaten prüfen(Wasser, Strom,u.a.). Ersatzinvestitionen können u.U. aus dem Stromeinsparpotential finanziert werden. Intelligente Stromverbrauchsschaltungen können Spitzenstrombedarf senken und damit aus dem Hochpreis-Tarif herausführen. Bewegungsmelder in Hallen und Sanitärbereichen steuern bedarfsgerecht Licht. Welche Primärenergien werden eingesetzt, zu welchen Preisen, was läßt sich durch Substitution verbilligen, was ersetzen, was durch Abwärme oder Restnutzung durch Wärmepumpe, usw. ersetzen? Fahrzeugpark überprüfen. Transport-Logistik überprüfen. Im Bereich Logistik durch Verbesserung des Fahrverhaltens Reduzierung um 10 Liter Kraftstoff/100 km LKW-Verbrauch (bei 500.000 km Fahrleistung pro LKW). 7. "Leidensdruck" Rohstoff/Wassermanagement:Wasserbezug und Abwasserteilströme analysieren und Notwendigkeit prüfen Inhaltsstoffe, Konzentrationen, Frachten, harte/weiche Komponenten/Preise/Direkt- oder Indirekteinleiter, wasserverschmutzende Faktoren anaylsieren und bewerten, kaskadenförmige Nutzung prüfen, Abwärme-/Abwasserkopplung zur Restnutzung, Vorbehandlung am Produktionsort, zentrale/dezentrale Reinigung, Analytik, Niederschlagswasser nutzen. Rohstoffe nach EU-Sicherheitsdatenblatt einkaufen. Weniger Gefahrstoffe kaufen. Mehrweg- statt Einweggebinde prüfen. Rücknahmesystem mit Lieferant klären. 8. "Leidensdruck" Lärm:Lärmkataster, Grenzwerte und Abstandserlaß beachten. Kapselung der Geräte, Neugeräte nach Schallpegel bewerten. Lärmbelastung senkt Arbeitsqualität! 9. "Leidensdruck" ProduktionsverfahrenVerfahrens- und Prozeßschritte analysieren und Teilschritte auf Optimierungs-potentiale überprüfen. PLT und Mehrfachnutzen, Kopplungsmöglichkeiten prüfen, Verwertungs- und Vermeidungsschritte prüfen. Ersatzinvestitionen. Hier sind je nach Branche große Potentiale möglich: z.B. Erhöhung der Produktausbeute durch Produktreinheit mittels Druck und Temperatursteuerung, Reinigung zu lackierender Flächen nicht mehr mit CKW. Wasserlacke statt Lösemittelemissions-Probleme. Tauchbadregeneration spart Material und senkt Wasser- und Abfallbelastung, Sammlung von Overspray über Venturi-Filter und Rückführung in Lackiererei. Nutzung von Abwärme zur Heizung von Sanitärbereichen und Produktionshallen. 10. "Leidensdruck" Produktmanagement:Das Produkt als potentieller Abfall: Wie kann man mit geringstem Bedarf an Ressourcen ein Produkt für eine bestimmte Nutzungsphase herstellen, dabei umweltschonend produzieren und möglichst langlebige Produkte herstellen, um so lange als möglich Nutzen zu bekommen? Nicht mehr von der "Wiege bis zur Bahre" denken sondern von der "Wiege bis zur Wiege" planen und handeln. Neue Nutzungs-möglichkeiten (Leasing) bedenken. 11. "Leidensdruck" Zulieferer:Transparente Kriterien für Zulieferer erstellen. Lieferantenbewertung z.B. nach: Qualität, Preis, Lieferzuverlässigkeit, Ökologie, Service. Produktdatenblätter haben ökologische Kennzahlen zur Ökotoxikologie, zur Nutzung und Weiter-/Wiederverwertung 12. "Leidensdruck" Unfallvorsorge und -Verhütung:Betriebliche Alarm- und Gefahrenpläne erstellen, Ablauforganisation prüfen. Klären, ob Störfallbetriebe, Umwelthaftungsgesetz-relevant, Versicherungspolice oder Haftungsausschluß besteht. Gefahrenpotentiale durch Stoffe und Anlagen definieren und katastermäßig festhalten. Einrichtungen, Ausrüstungen, Pläne, Personal und -Training klären. Kopplung mit Arbeitsschutz und -Sicherheit sinnvoll und vernünftig. Einbeziehung der Sifa und der ASI-Kollegen in Projekterarbeitung. 13. "Leidensdruck" Aus- und Weiterbildung:Umwelt- und qualitätsrelevanten Aus- und Weiterbildungsstand ermitteln, Bildungsprogramm strukturieren, zielgruppengerecht und modular durchführen. Innerbetriebliche Kommunikationswege und -mittel klären. 14. "Leidensdruck" Information der Öffentlichkeit:Aus dem Fundus der erhobenen Unternehmensdaten verdichtete Umwelterklärung erstellen und transparente Darstellungsform wählen. Nie Relativzahlen, nie Punktaussagen, immer Verlaufsdaten (Entwicklungen/Verläufe), Möglichkeiten des echten Dialogs anbieten (Hinterfragen, Verstehen, Kommunizieren, Darstellen, Präsentieren). |