Basel
junger rhein, du scheinst zu ahnen
welch großer strom du einst sein wirst
zeit und kraft und ewigkeit
die diese stadt ausstrahlt
zuversicht, beständigkeit
äonen sind vorübergezogen
völker sind geboren und gestorben
herrscher aufgestiegen und gefallen
der stein besteht und vergißt
der rhein fließt ruhig und wissend
zeit ist hier nur scheinbar
unnötig, sie zu messen
hier, wo fortbestand ewig währt
und alle kreise sich schließen
vermessen, hoch die portale
verziert, voll mühe - wofür?
wird doch bald ein feuer lodern
die rauhe hand die mauer brechen
doch der stein bleibt stein
dir form ist nur die hülle
der stein währt ewig, so wie der rhein
geduldig stetig fließt
durch fluren, auen, wälder
die nur ein rahmen sind
durch alle zeit
vom ursprung bis zur mündung
Manfred Hürth